Aktuell gesperrt
| Strecke / Stelle | Was & warum | Bis wann |
|---|---|---|
| B 296 Ziegelgrabenklappbrücke (Rügendamm, Stralsund) | Die Klappbrücke im Zuge des Rügendamms wird ganzjährig sechsmal täglich für die Schifffahrt geöffnet; der Straßenverkehr steht dabei jeweils rund 20 Minuten. Öffnungszeiten laut Landesamt für Straßenbau und Verkehr M-V: 5.20, 8.20, 12.20, 15.20, 17.20 und 21.30 Uhr. | sechsmal täglich |
| B 111 Peenebrücke Wolgast (Festland – Insel Usedom) | Klappbrücke mit saisonalem Fahrplan. Sommerzeiten 16. März bis 15. Oktober: 5.45, 7.45, 12.45, 17.45, 20.45 Uhr, zusätzlich 23.45 Uhr von Juni bis September nur auf Anforderung der Berufsschifffahrt. Je Brückenzug ist die B 111 nach Angaben des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr M-V in der Regel bis zu 30 Minuten gesperrt. | mehrmals täglich |
| L 21 Meiningenbrücke Bresewitz – Zingst (Fischland-Darß-Zingst) | Einzige Straßenanbindung von Zingst; die Behelfs-Klappbrücke wird im Sommerfahrplan viermal täglich geöffnet (9.45, 11.55, 17.45 und 20.00 Uhr), die L 21 ist dabei jeweils bis zu 30 Minuten gesperrt. Angaben des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr M-V, Stand der Mitteilung 09.01.2025. | viermal täglich |
| B 207 Fehmarnsundbrücke (Großenbrode – Fehmarn) | Die Windwarnanlage des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein sperrt die Brücke ab Windstärke 9 Beaufort für leere Lkw und Wohnwagengespanne, ab 12 Beaufort für alle Fahrzeugarten. Krafträder werden in der Regelung nicht gesondert genannt, fallen aber unter die Vollsperrung. | bei Sturm |
Stand: 30.07.2026 · Tagesaktuelle Lage vor der Tour über den Verkehrswarndienst prüfen.
Alleen, Wind und Pflaster: Streckenzustand an der Ostseeküste
Die deutsche Ostseeküste fährt sich grundlegend anders als ein Mittelgebirge oder die Alpen. Es geht nicht um Spitzkehren und Höhenmeter, sondern um lange, oft schnurgerade Verbindungen durch flaches Land, gesäumt von alten Baumalleen, unterbrochen von Bodden, Brücken und Kopfsteinpflaster in den Dörfern. Wer das unterschätzt, fährt schneller als die Strecke hergibt – und genau darin liegt hier die Hauptgefahr. Landschaft, Licht und Wind ändern sich ständig, der Straßenbelag wechselt von frisch saniertem Asphalt zu jahrzehntealtem Pflaster, und hinter der nächsten Baumreihe beginnt oft eine enge Ortsdurchfahrt mit Tempo 30.

Die wichtigste West-Ost-Achse ist die B105, die von Lübeck über Wismar, Rostock und Ribnitz-Damgarten bis Stralsund zieht und die Küstenorte miteinander verbindet. Von Stralsund führt die B96 über die Rügenbrücke auf die Insel Rügen und dort weiter Richtung Bergen, Binz und Sassnitz. Usedom wird über die B111 und B110 erschlossen, das Hinterland von Mecklenburg-Vorpommern über die B104 und unzählige Landstraßen. Viele dieser Landstraßen sind klassische Alleen – die Deutsche Alleenstraße verläuft in weiten Teilen durch genau diese Region und ist landschaftlich ein Genuss, fahrtechnisch aber anspruchsvoll.
Die Alleebäume sind das prägende und zugleich gefährlichste Merkmal. Mächtige Eichen, Linden und Kastanien stehen oft unmittelbar am Fahrbahnrand, in dichten Reihen, ohne nennenswerten Seitenstreifen. Bei einem Sturz oder Ausweichmanöver gibt es hier keinen Auslauf. Hinzu kommt: Das wechselnde Licht-Schatten-Spiel unter Baumkronen erschwert das Erkennen von Bodenunebenheiten, nassem Laub oder Wild. Wer hier verunglückt, verunglückt häufig am Baum. Auf Alleestrecken zählen deshalb zwei Dinge: moderates Tempo und Abstand zur Außenkante. Nach Regen kommt die tief durch die Blätter blendende Sonne dazu – ein verschmiertes Visier macht die Fahrbahn dann streckenweise unlesbar.
- Kopfsteinpflaster: In vielen Dörfern, Hansestadt-Altstädten und auf historischen Ortsdurchfahrten liegt teils altes Kopfsteinpflaster. Nass wird es spiegelglatt, besonders in Kurven und an Bahnübergängen. Vorsicht beim Bremsen und beim Aufsetzen des Fußes an der Ampel – ein wegrutschender Stiefel auf glattem Pflaster ist eine der häufigsten Sturzursachen im Stand.
- Seitenwind auf Brücken: Die Küste ist eine windexponierte Landschaft. Auf der Rügenbrücke (Strelasundquerung) und anderen freistehenden Brücken kann der Wind böig von der Seite drücken. Beim Verlassen des Windschattens von Leitplanken oder Lkw ändert sich die Lage schlagartig – Lenkimpuls dosiert halten, nicht verkrampfen, und mit ausreichend Abstand zum Vordermann fahren.
- Wind generell: Auf den offenen Küstenabschnitten, Boddendämmen und Halbinseln gibt es kaum Windschutz. Bei auflandigem Wind und Schräglage muss man konstant gegenhalten; auf langen Geraden ermüdet das, also rechtzeitig Pausen einplanen.
- Wild: In den waldreichen Hinterland-Abschnitten, am Rand der Nationalparks und in der Dämmerung ist Wildwechsel ein reales Risiko. Auf dem Darß und in den Forsten queren auch Rotwild und Damwild die Straßen. In der Morgen- und Abenddämmerung das Tempo reduzieren und die Waldränder im Blick behalten.
- Baustellen und Brückenarbeiten: Die Rügenbrücke ist ein Nadelöhr und wird regelmäßig instandgehalten; dabei kommt es zu Sperrungen und Umleitungen über die alte Ziegelgrabenbrücke. Die öffnet als Klappbrücke zusätzlich für den Schiffsverkehr – fällt beides an einem Sommersamstag zusammen, reicht der Rückstau bis aufs Festland.