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Ostsee

Anreise & beste Reisezeit

Wann sich die Räder lohnen und wie du am besten in die Region kommst.

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Beste Reisezeit, Küstenwetter und Anreise über A1, A20 und A19

Strand mit Strandkörben bei Wustrow
Strand mit Strandkörben bei Wustrow

Die Motorradsaison an der Ostsee läuft im Kern von Mai bis September. Im Frühsommer ist die Küste am angenehmsten zu fahren: die Tage sind lang, das Land grün, und der große Touristenstrom hat noch nicht eingesetzt. Hochsommer bedeutet warmes Badewetter, aber auch volle Seebäder, Stau auf den Zufahrten nach Rügen und Usedom und schwer zu findende Parkplätze. Fahrerisch am stärksten ist der September: mildes Licht, ruhigere Straßen, und in der Boddenlandschaft beginnt der Kranichzug.

Das Wetter ist maritim und wechselhaft. Es ist an der offenen Küste fast immer windiger und kühler als im Binnenland, Schauer ziehen schnell durch, und ein sonniger Morgen schlägt nicht selten in einen nassen Nachmittag um – Regenkombi und winddichte Zwischenschicht gehören auch im Hochsommer ins Gepäck. Dafür liegt die Sonnenscheindauer an der vorpommerschen Küste über dem Bundesschnitt; Usedom trägt daher den Beinamen Sonneninsel.

Anreise

  • Richtung Lübeck und westliche Küste: über die A1 nach Lübeck, von dort auf die B105 entlang der Küste.
  • Richtung Rostock und mittlere Küste: über die A19 bzw. A20 nach Rostock; die A20 erschließt als Ostsee-Autobahn die gesamte Region von West nach Ost.
  • Richtung Stralsund und Rügen: über die A20 bis Stralsund, dann auf der B96 über die Rügenbrücke auf die Insel.
  • Richtung Usedom: über die A20 und weiter auf B111 bzw. B110.
  • Aus dem Süden / Berlin: über die A11 und A19 Richtung Mecklenburg-Vorpommern.

Tankstellen liegen entlang der Hauptachsen und in den größeren Orten dicht genug beieinander, auf den Halbinseln und im Boddenhinterland dagegen spärlich. Auf einer Sackgassen-Halbinsel wie dem Darß oder der Wittow-Spitze zählt die Strecke doppelt, weil sie hin und zurück gefahren wird – der Tank sollte vor der Abzweigung voll sein, nicht danach.

Anreise

Wind, Frühjahrsnebel und der Wochentakt: Küstenwetter im Saisonverlauf

Der Wind ist an der Ostsee weniger ein Sicherheitsthema als eine Planungsgröße. Die vorherrschende Richtung ist West bis Südwest, im Sommer kommt tagsüber der thermisch angetriebene Seewind dazu, der am Nachmittag am kräftigsten weht. Wer die Küste von West nach Ost abfährt, hat ihn statistisch häufiger im Rücken — das macht sich über eine Woche in Ermüdung, Geräuschpegel und Verbrauch bemerkbar. Hohe Topcases und Packrollen wirken auf freien Deichstraßen wie Segel; wer viel Volumen hoch und weit hinten trägt, merkt das bei Böen deutlicher als der leicht bepackte Fahrer.

Uferweg am Salzhaff
Uferweg am Salzhaff

Ein unterschätztes Frühjahrsphänomen ist der Küstennebel. Solange das Wasser noch kalt ist und milde Luft heranströmt, bildet sich über der See dichter Nebel, der landeinwärts oft nur wenige Kilometer weit reicht. Es kommt vor, dass die Uferstraße in grauem Dunst liegt und die parallele Landstraße im Hinterland in der Sonne. Wer im Mai oder Juni startet, sollte Klarsichtscheibe und helle Kleidung nicht zu Hause lassen und die Route notfalls ein Stück nach innen verlegen.

Der Wochentag entscheidet über den Charakter der Etappe. An sonnigen Wochenenden und in den Schulferien sind die Brücken nach Rügen und Usedom, die Seebäder und die Nationalpark-Parkplätze die Engstellen der ganzen Küste. Unter der Woche und mit frühem Start läuft dieselbe Strecke ohne Stillstand. Der Samstag ist der klassische Anreisetag der Urlauber – an ihm gehören die großen Inselzufahrten nicht in die Planung.

Innerhalb des Tages ist das Muster ebenso regelmäßig: Zwischen Mittag und Nachmittag füllen sich die Zufahrten zu Stränden und Parkplätzen, am späten Nachmittag setzt die Rückfahrtwelle ein. Dazu kommen die Wellen, die von den Fährterminals und aus dem Kreuzfahrtbetrieb in Warnemünde in kompakten Pulks auf die Landstraßen laufen — man steht nicht dauerhaft, aber für zwanzig Minuten hinter einer geschlossenen Kolonne. Rund um das große Rostocker Hafenfest im August sind Innenstadt und Hafenzufahrten großflächig gesperrt.

Anlegesteg am Tollensesee
Anlegesteg am Tollensesee

Was die Küste dem Material antut, ist überschaubar: Die Ostsee ist Brackwasser mit geringem Salzgehalt, echte Salzkorrosion wie an der Nordsee ist hier kein Thema. Wer allerdings im März oder April unterwegs ist, holt sich auf den Landstraßen noch reichlich Streusalzrest ab. Kette und blanke Teile danken eine Wäsche am Ende der Tour.

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